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Philipps österliche Bastelstunde

  • Autorenbild: claudia_roman
    claudia_roman
  • 30. März 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Apr. 2023


Meine Mama hat gesagt, ich soll mir etwas für Ostern ausdenken.

Sie hat gesagt, ich soll etwas basteln, das ein bisschen nach Frühling und Ostern aussieht, mit Blümchen und Natur und so.

Es war natürlich ziemlich dumm von ihr, das extra noch einmal zu sagen, denn ich bastle sowieso nur mit Dingen, die man in der Natur findet.


Ich habe mir überlegt, einen Ostertisch für ein Osterfrühstück zu decken:

So einen Tisch mit Eiern und Häschen und Küken und so.


Als erstes musst du auf eine Wiese gehen und frische Frühlingsblumen sammeln. Du brauchst einen guten Haufen von dem Zeug. Gekaufte aus dem Supermarkt gehen auch, aber vielleicht findest du auf der Wiese noch andere Dinge für unseren Ostertisch, die du gebrauchen kannst. Marienkäfer zum Beispiel. In die musst du, wenn du Zuhause bist, aber Nadeln pieksen, sonst fliegen die weg und die Deko ist futsch. Das ist dann ja auch doof.

Wenn die Blumen in der Vase stehen, kannst du zwei Eier auspusten und ganz vorsichtig teilen. Dabei muss das untere Teil größer als das obere Teil sein. Das ist richtig schwierig, weil die Schale schnell kaputt geht. Am besten stichst du mit einem Eierpiekser an der gewünschten Bruchstelle einmal im Kreis und öffnest die Schale dort mit einem scharfen, spitzen Messer.



Als nächstes gehen wir auf Häschenjagd.

Du brauchst aber nach meiner Erfahrung nicht selbst ein Häschen zu fangen. Meistens liegen die hier und da auf der Straße herum. Du musst darauf achten, dass der Kopf noch heile ist. Am besten wäre natürlich, wenn ihr selbst schlachtet und es Ostern sowieso Hasenbraten gibt. Dann könnt ihr den Kopf verwenden und der Rest vom Hasen wird auch noch genutzt. Vergesst aber nicht eure Mama zu fragen. (Diesen Satz musste ich schreiben. Eigentlich ist es lustiger, wenn man seine Eltern mit diesem besonderen Osterfrühstückstisch überraschen kann. Aber Erwachsene sind in solchen Dingen manchmal schrecklich kompliziert.)

Wenn ihr den Hasenkopf habt, woher auch immer, müsst ihr alles was darin ist mit einem Löffel herauskratzen. Das ist echt interessant. Das Gehirn bitte aufbewahren. (Nicht wundern. Es ist zwar extrem winzig, sieht aber wie ein Gehirn aus. Ihr könnt es nicht übersehen.) Wenn ihr sehr geschickt seid, schafft ihr es, das Gehirn zusammen mit den Augen aus dem Kopf zu ziehen. Wenn euch das nicht gelingt, macht das auch nichts. Die Augen aber unbedingt neben das Gehirn legen.



So, nun brauchen wir eine weitere Sache. Eigentlich sind es zwei weitere Sachen. Bittet eure Eltern, mit euch zu einer Geflügelfarm zu fahren und fragt nach zwei männlichen Küken. (Eure Eltern werden bestimmt begeistert sein, weil ihr zwei kleine Hähnchen vor dem Schreddern rettet. Wenn ihr diese Schiene fahrt, ist die Überraschung später besonders groß.) Vielleicht habt ihr auch einen Bauernhof in eurer Nähe und könnt dort an zwei Küken kommen. Oder aber ihr klaut zwei Exemplare von eurem Ententeich. Ihr müsst aber darauf achten, dass die Küken nicht zu groß sind.

Zuhause müsst ihr die Köpfchen der Küken dann so vom Körper trennen, dass sie noch ein Stück mit der Wirbelsäule verbunden sind. Die Köpfe legt ihr dann in die Augenhöhlen des Häschen. Ihr müsst die Wirbelsäule ein wenig in das Fleisch zwischen Auge und Schädel drücken, damit das hält. Wenn das doof aussieht, könnt ihr die Kükenköpfe auch innen am Schädel festkleben, aber versucht es erst einmal so. Ich habe ja schon gesagt, dass ich lieber mit Naturdingen bastle.


Die Reste der Küken dann vorsichtig in die Eierschalen füllen. Wenn die Kadaver zu groß sind, könnt ihr auch die Beine abschneiden oder so. Wenn ihr wollt und es noch Platz hat, könnt ihr die Hasenaugen auf das kopflose Küken legen. Wenn man dann die Eier öffnet, hat man einen tollen Spescheleffekt, (ich wusste nicht, wie man das richtig schreibt, aber ihr wisst schon, was ich meine) sogar ganz ohne Computer. Das Ei bemalt ihr am besten mit einer dicken Lage Tusche. Dabei kommt es nicht darauf an, dass es schön aussieht, sondern, dass man die Bruchkante nicht mehr so sieht.

Zuletzt nehmt ihr ein Tortentablett, am besten mit Haube und belegt es mit den Frühlingsblumen. In die Mitte legt ihr dann den Hasenkopf mit den niedlichen Kükenaugen. Das Gehirn mit oder ohne Augen könnt ihr da herum zwischen die Blumen legen.



Nun kommt der schwierigste Teil des Projektes. Ich müsst am Ostersonntag vor euren Eltern aufwachen und den Frühstückstisch decken. Richtig schön gemütlich mit Brötchen, Marmelade und Käse. Wenn ihr schon Kaffee kochen könnt, macht auch das.

In der Mitte des Tisches ist der Platz für den Hasenkopf und Mama und Papa oder wen ihr auch immer ihr überraschen wollt, bekommen eure Basteleier. Ich zum Beispiel habe keinen Papa, aber meine Mama lädt immer ihre beste Freundin ein.

Wer auch immer mit am Tisch sitzt: Ihr könnt mir glauben, diese Osterdeko wird einen bleibenden Eindruck hinterlassen.




Bilder von Peter Biela, Filip Kruchlik,Anja und Esi Grünhagen auf Pixabay

 
 
 

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