Figureninterview: Radtour mit Fredrick
- claudia_roman

- 25. März 2022
- 2 Min. Lesezeit
These der Woche: Kunst ist genaugenommen nichts wert

Collage: Felix Mittermeier/delilan van auf
Pixabay
Autorin: Was für ein wunderschönes Wetter für eine Fahrradtour. Frühling liegt in der Luft. Die Knospen an den Bäumen brechen und langsam, fast schüchtern, tastet sich ihr zartes Grün in die Welt. Narzissen, Tulpen, Krokusse, Hyazinten und all die anderen Frühlingsblumen drängen zum Licht und verwandeln die wintermüden Wege und Straßen in ein Seelenbad aus Duft und Farbe. Die Sonne bringt das Leuchten zurück, so klar und inspirierend, dass man sich der Kraft nicht entziehen kann, die einen zu neuen Abenteuern antreibt. Findest du nicht auch, Fredrick?
Fredrick: Ich habe keine Ahnung, worüber Sie reden. Wenn sich in meiner Welt etwas entwickelt, ist das meistens nicht gut. Meistens sind das gefährliche Schluchten, tiefe Seen oder Monster. Und die Farben sind eigentlich immer gleich, dunkelblau, rostbraun und schwarz. Wenn man Glück hat, leuchten nur ab und zu die Scheinwerfer der AWTs, der Erkundungsroboter und natürlich die Lichter nächsten der Kugelstadt.
Autorin: Nun, dann sollst du heute etwas anderes kennen lernen. Bist du schon einmal mit dem Fahrrad gefahren?
Fredrick: Meinen Sie dieses komische Ding mit dem Sitz und den zwei großen Rädern? Noch nie gesehen so etwas.
Autorin: Wir benutzen das Fahrrad häufiger, um kürzere Strecken schneller als zu Fuß zurück zu legen oder auch für längere Strecken zur Entspannung. Fahrradfahren macht Spaß.
Fredrick: Also bei uns zu Hause gehen wir in der Regel nur zu Fuß und wenn es mal wirklich schnell gehen soll, stehen überall Roller herum. Wenn man älter als zehn ist und eine Einführungsstunde in der Schule absolviert hat, dann kann man sie mit seiner ID-Karte freischalten. Aber ich kennen niemanden, der diese Teile zur Entspannung benutzt. Warum auch?
Autorin: Was machtst du denn für gewöhnlich, wenn du dich Entspannen möchtest?
Fredrick: Ich spiele Computerspiele.
Autorin: Das ist tatsächlich auch bei uns ein beliebtes Mittel, um vor dem Alltag zu entfliehen. Es gibt aber auch viele Leute, die zum Ausgleich lieber Sport treiben, wie Fahrradfahren, Joggen oder Basketballspielen. Einige gehen auch ins Fitnesscenter.
Fredrick: Das gibt es auch bei uns. Mein Vater zum Beispiel! Wir haben in unserer Wohnung eine recht großen Sportraum mit Sauna und einigen Geräten. Da kann man auch prima Fangen spielen. Aber so ein echter Fan bin ich von solchen Dingen nicht.
Autorin: Es gibt auch Menschen, die Schreiben gerne oder Malen.
Fredrick: Aber das sind doch kein Hobbys! Malen zum Beispiel ist ein richtiger Beruf. Meine Mutter ist Malerin und sie hat richtige Werkzeiten und Aufträge.
Autorin: Das heißt, sie bekommt Geld dafür?
Fredrick: Ich hab keine Ahnung, was Geld ist.
Autorin: Das ist eine Art Tauschmittel, das du für Arbeit bekommst. Damit kannst du dir Lebensmittel, eine warme Wohnung und wenn du etwas mehr zur Verfügung hast andere schöne Dinge kaufen.






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