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Figureninterview mit Prof.Güldendorf /Oktober 22

  • Autorenbild: claudia_roman
    claudia_roman
  • 21. Okt. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

These des Monats: Unser Schulsystem ist heutzutage kein Kavaliersdelikt mehr

Professor Güldendorf: Ich begrüße Sie, verehrte Frau. Schön, dass Sie heute dabei sein können.


Autorin: Moment mal! Ich bin hier die Gastgeberin. Wenn hier jemand wen begrüßt, bin ich das.


Professor Güldendorf: Hoppala! Selbstverständlich haben Sie Recht. Unser letztes Treffen ist so lange her, da kann verdrehen sich die Dinge ganz gerne. Und im Alltag bin häufig ich derjenige, der die Studenten begrüßt.


Autorin: Und Studentinnen.


Professor Güldendorf: Wie meinen?


Autorin: Studenten und Studentinnen.


Professor Güldendorf: Was ist mit denen?


Autorin: Sie begrüssen nicht nur die Studenten, sondern auch die Studentinnen.


Professor Güldendorf: Natürlich begrüße ich auch die Studentinnen. Wie kommen Sie darauf, dass ich das nicht täte?


Autorin: Sie haben nur die Studenten genannt.


Professor Güldendorf: Hmm. Ich bin mir nicht sicher, wo nun der Fehler liegt. Liegt er in der Nichtbenennung der weiblichen Studenten.


Autorin: Studentinnen! Sie sagen ja auch nicht männliche Studenten.


Professor Güldendorf: Doch. Hin und wieder, wenn es von Bedeutung ist. Aber meistens ist das nicht der Fall. Da sind meine Studenten halt meine Studenten, unabhängig, ob sie groß oder klein, grün oder blau, dick oder dünn sind. Ist das falsch?


Autorin: Wir sind dabei das herauszufinden.


Professor Güldendorf: Ich schätze, es geht dabei nicht um die Bezeichnungen an sich, sondern um die politischen und gesellschaftlichen Bedeutungen, die mit diesen Bezeichnungen mittransportiert werden. Ist das so?


Autorin: Das sehen Sie richtig.


Professor Güldendorf: Eine Kultur im Umbruch! Wie spannend!


Autorin: Das finde ich auch.


Professor Güldendorf: Nun, da ich jedoch noch aus einer Generation komme, in der sich die Extension der Begrifflichkeiten auf andere Ebenen erstreckte, bitte ich Sie mich gerne in Zukunft darauf hinzuweisen, wo es Ihrer Meinung nach Probleme geben könnte. Ich bin in dieser Hinsicht begierig zu lernen.


Autorin: Die WAS der Begrifflichkeiten?


Professor Güldendorf: Die Extension der Begriffe, die Menge der Gegenstände, auf die sich ein Begriff bezieht. Im Gegensatz zur Intension, dem Bedeutungsinhalt. Aber das würde zu weit gehen.

Über welches Thema beabsichtigen Sie denn heute mit mir zu diskutieren?


Autorin: Über den Zusammenhang zwischen Schulsystem und Kavaliersdelikt.


Professor Güldendorf: Ein höchst interessantes Begriffspaar, über das ich eine Menge zu berichten wüsste, wenn uns nicht die Zeit davonliefe.


Autorin: Aber wir sind doch noch gar nicht angefangen.


Professor Güldendorf: Das sage ich ja. Diese Gegenstände sind so komplex, dass man ein ganzes Seminar damit füllen könnte. Aber ich biete Ihnen an in meine Sprechstunde zu kommen. Ich gebe Ihnen dann eine Literaturliste über die Bücher, die ich zu dem Thema verfasst habe. Bis dahin wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.



Bild von Michal Jarmoluk

 
 
 

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