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Figureninterview - Mit Prof. Dr. Güldendorf auf der Flucht vor Zombies

  • Autorenbild: claudia_roman
    claudia_roman
  • 20. März 2020
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Mai 2022

Ist Fernsehen in Wahrheit unsere Rettung?






Autorin: Herr *keuch* Güldendorf *keuchkeuch* schön *keuchjapps*, dass Sie sich *keuch* Zeit für uns nehmen.


Güldendorf: Zeitnehmen ist gut! Sehen Sie dort drüben den Verschlag?


A: Ich *keuch* sehe ihn!


G: Jetzt reißen Sie sich zusammen! Sie sind halb so alt wie ich!

In diesem Verschlag schlafen Wabernde Schlenckgrümpfe.


A: Was ist das denn?


G: Erkläre ich Ihnen, später. Jetzt kommen Sie schon!


A: Da rein? Aber da drin stinkt es erbärmlich.


G: Deshalb ist es sicher. Los rein da!



A: Na, das ist ja gemütlich hier. Aber was soll’s. Herr Dr. Güldendorf, unser Thema heute ist die Behauptung, dass Fernsehen in Wahrheit unsere Rettung ist. Für wie sinnvoll halten Sie diese These?


G: Die Antwort lautet „ja“! Wieso reden Sie so komisch durch die Nase?


A: Was bedeutet das „ja“? Das war keine Ja-oder-Nein-Frage. Ich versuche, durch den Mund zu atmen.


G: Das ist unnötig. Während des Sprechaktes ist es nicht möglich durch die Nase zu atmen. Ja, ich halte diese These für sinnvoll, da es nicht möglich ist, etwas Sinnloses auszudrücken. Es kann keinen sprachlichen Ausdruck ohne Sinnhaftigkeit geben.


A: Und „schwumbligrubeldoing“? Wo liegt da der Sinn?


G: Das ist kein sprachlicher Ausdruck.


A: Aber ich rede doch.


G: Sie reden, aber sie benutzen keine Sprache.


A: Verstehe ich nicht.


G: Das macht nichts.


A: Was ist mit wabernden Schlenkgrümpfen?


G: Es sind Käfer, die im Ruhezustand einen Duftstoff absondern, der nach Verwesung riecht. Dadurch werden die menschlichen Ausdünstungen überlagert. Da Zombies von dem Geruch lebendiger Organismen angezogen werden, lassen sie sich auf diesem Weg in die Irre führen.


A: Ich hasse Zombies. Geschichten mit Zombies finde ich unglaublich uninteressant.


G: Ja, das ist mir bewusst und das ist auch der Grund für unser Problem.


A: Weil mir Zombies zu Mainstream sind?


G: Korrekt. Deshalb interessieren sie sich auch nicht für Arkastas Ruf. Ich brauche Ihnen nicht zu erklären, dass er dafür sorgt, dass sich die Monster auflösen und die Gegenstände nicht ihre Form ändern. Sie sind kein Teil von Claudias Kugelwelt und deshalb, unterliegen sie auch nicht ihren Gesetzen.


A: Mögen Sie dem Leser vielleicht noch erklären, was es mit Arkastas Ruf auf sich hat?


G: Selbstverständlich! Arkasta ist ein Wesen aus der Zeit der alten Völker. Obwohl Arkasta ein äußerst dämlicher Name ist, hatte dieses Vieh einen positiven Einfluss auf diese Welt. Sie sah damals etwas anders aus. Es gab eine Oberfläche mit Wäldern und Wiesen, hohen Felsen und ruhigen Meeren. Sie verteilten sich überall in dieser grenzenlosen Ebene. Unter den Menschen herrschte Wohlstand, Friede und Gerechtigkeit.


A: Friede, Freude, Eierkuchen?


G: Nicht ganz. Wir waren halt Menschen mit ganz normalen Begierden, bösartigen Fantasien und Egoismen, die zum Teil äußerst destruktiv waren. Allerdings hatten wir in regelmäßigen Zeitintervallen sogenannte Reinigungsrituale, die ich hier aber nicht weiter erläutern werde. Das soll zu einem anderen Zeitpunkt geschehen ... Warten Sie!


A: Was?


G: Hören sie das Schlurfen und Röcheln? Sie kommen!


A: Sollen wir ruhig sein?


G: Wir sind in Sicherheit. Es stinkt noch!


A: Da bin ich beruhigt.


G: Vielleicht nur so viel: Es beinhaltete ein kleines Kästchen und ein spezielles Wort. Dieses Kästchen wurde mit all dem Übel, das in den Köpfen der Menschen enthalten war gestückt, verbrannt und Arkasta geopfert.


A: Und was machte Arkasta damit?


G: Das, meine Liebe, werde ich Ihnen erst im zweiten Band der Trilogie verraten.


A: Was ist dann passiert?


G: Es gab einen –sagen wir mal– Unfall. Dadurch entkam Arkasta, brach durch die Dimensionen und setzte die Geschichte in Gang, über die sie nun schon so lange brüten. Langsam wühlte sich das Chaos durch die Welt und brachte Krieg und Verderben. Die Dimensionen vermischten sich. Die Gegenstände, die aus anderen Sphären in diese Umgebung drangen, verloren ihre Verlässlichkeit und änderten willkürlich ihre Struktur. Plötzlich erschienen Monster, die tückischerweise nicht von allen gesehen werden konnten, was es schwer machte, ihre Existenz zu belegen. Überhaupt ist Wissenschaft in einer derart chaotischen Umwelt äußerst anspruchsvoll. Arkasta hatte mit ihrem Verschwinden eine fast lebensfeindliche Mitwelt hinterlassen.


A: Und wieso hört man Arkastas Ruf immer noch?


G: Weil sie in einer gewissen Art und Weise immer noch hier ist. Für sie gelten die Gesetze von Zeit und Raum nicht.


A: Herr Güldendorf? Sie haben da einen extrem hässlichen Käfer in Ihrer Halbglatze sitzen.


G: Ist er grünlich-schimmernd mit gewellten Fühlern und und dünnen spiralförmigen Beinen?


A: Allerdings!


G: Mist, die Käfer haben ihren Mittagsschlaf beendet.

Gehen sie von der Wand weg!


A: Wieso!


G: Weil ich es sage!


A: Ach, du Scheiße! Was zwängt sich da durch die Öffnung?


G: Die Arme von Untoten!


A: Da sind noch mehr! Oh, bei allen Göttern! Wir sind umzingelt!

Und über uns sind auch welche und alle greifen in den Raum!


G: Bleiben Sie ruhig!


A: KÖNNEN SIE MIR MAL VERRATEN, WIE ICH DAS MACHEN SOLL?


G: Zunächst vielleicht nicht schreien und dann schalten sie den Kasten dort an!


A: Was ist das für ein Kasten, verdammt? Ein Stabilisator oder dieses Kästchen mit all dem Übel, von dem sie sprachen?


G: Ein Fernseher! Nun machen Sie Ihn schon an!


A: WAS?!


G: Anschalten! Die Käfer schlafen wieder ein, wenn der Fernseher läuft.


A: Das ist ein Scherz, oder?


G: Sehe ich so aus, als machte ich Scherze? Vielleicht läuft ja sogar etwas Interessantes. Also machen Sie schon!




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